Neurostimulation

Hilfe durch Schmerzschrittmacher

Die Sana Kliniken Leipziger Land bieten chronischen Schmerzpatienten mit der Neurostimulation eine bewährte und schonende Alternative zur medikamentösen Behandlung an. 

Was ist ein Neurostimulator bzw. Schmerzschrittmacher?

Ein implantierbarer Neurostimulator ist ein Gerät, das in etwa die Größe einer Handstoppuhr hat. Es wird nach einer positiven Testphase nach Einbringen der Elektroden in Lokalanästhesie unter Röntgenkontrolle bei einem kleinen operativen Eingriff implantiert und sendet über einen oder mehrere dünne Drähte (»Elektroden«) schwache elektrische Signale an den Raum zwischen der bindegewebigen Auskleidung des Wirbelkanals und der äußeren der drei Rückenmarkshäute  nahe des Rückenmarks (»Epiduralraum«).

Wie wirkt ein Neurostimulator bzw. Schmerzschrittmacher?

Schmerz ist zunächst ein Signal, das von Fühlern – den sogenannten Rezeptoren – auf der Haut oder an den Organen aufgenommen wird. Dieses Signal wird als elektrischer Impuls über spezielle Schmerzfasern an das Rückenmark und von dort aus an das Gehirn weitergeleitet. Wir nehmen den Schmerz aber erst dann wahr, wenn dieser Impuls im Gehirn als Schmerz interpretiert wird. Die Neurostimulation hemmt nun die Weiterleitung der Schmerzsignale, bevor sie das Gehirn erreichen. Diese Impulse bewirken eine Überlagerung der Schmerzsignale. Statt des Schmerzes nimmt der Patient z. B. ein Kribbeln wahr.

Wer profitiert von einem Neurostimulator bzw. Schmerzschrittmacher?

Die Neurostimulation ist geeignet für Patienten mit chronischen Schmerzen z. B. des Rückens, des Nackens und/oder der Gliedmaßen. Auch  Menschen mit neuropathischen Schmerzen, die durch eine Chemotherapie, Diabetes oder durch Narbengewebe infolge von Wirbelsäulenoperationen entstehen können, können von einer Neurostimulation profitieren. Last but not least kann die Neurostimulation auch bei Schmerzen, die ihre Ursache in einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (»Schaufensterkrankheit«) haben, mit Erfolg angewandt werden.

Wie wird der Neurostimulator bzw. Schmerzschrittmacher implantiert?

Bei einem operativen Eingriff – zumeist in Lokalanästhesie – wird über der Rückenmarkshaut in Höhe der entsprechenden Rückenmarkssegmente eine nadeldünne Elektrode implantiert. Sie empfängt über Kabel elektrische Impulse. Diese werden auf die sogenannten Schmerzbahnen geleitet und können die Schmerzen über verschiede Steuerungsmöglichkeiten reduzieren. Der Eingriff dauert ungefähr 20 bis 60 Minuten und findet in Verbindung mit einem drei- bis siebentägigen ( bei notwendiger Testphase)stationären Aufenthalt statt. Gegebenenfalls anschließend noch eine Testphase in der häuslichen Umgebung. Nach entsprechender Anleitung kann der Patient die Modulation der Schmerzminimierung selbst mitgestalten. Nach erfolgreicher Testung wird in einem kurzen Eingriff , der Simulator in eine Unterhauttasche im oberen Gesäß oder aber im Unterhautgewebe des Bauches implantiert und mit den liegenden Elektroden verbunden. Eine sofortige Simulatoranlage ist oft bei positiver Testung im Operationssaal bei pAVK-Patienten möglich.

Welche Vorteile hat die Neurostimulation gegenüber anderen Therapien?
  • Die Neurostimulation ist – wenn man von der Belastung durch den Eingriffe absieht – praktisch nebenwirkungsfrei. 
  • Bei 80 Prozent der Betroffenen führt die Neurostimulation zu einer deutlichen Schmerzlinderung oder sogar zur Schmerzfreiheit und Reduktion der Schmerzmedikation.
  • Anders als – die oft starken – Medikamente, die in Ihrem gesamten Körper zirkulieren, zielt die Rückenmarkstimulation auf den exakten Bereich ab, in dem Sie Schmerzen spüren. Das bedeutet weniger Belastung für Nieren und Leber.
  • Alles in allem kann eine Neurostimulation eine mehr als spürbare Verbesserung der Lebensqualität mit sich bringen.
Wie lange bleibt der Neurostimulator bzw. Schmerzschrittmacher im Patienten?

Bis zu sieben Jahre kann der Schrittmacher im Körper verbleiben, wonach er bei anhaltend gutem Effekt ohne großen Aufwand ausgetauscht werden kann.

Ansprechpartner

Kai Herenz
Dr. med. Kai Herenz

Facharzt für Neurochirurgie