Wasserkopf

Hydrocephalus

Das Gehirn weist innere Hohlräume auf, die mit dem »Hirnwasser« (Liquor) gefüllt sind. Auch an der Oberfläche von Gehirn und Rückenmark befinden sich mit Liquor gefüllte Räume, die für die empfindlichen Nervenstrukturen vor allem eine Puffer-, bzw. Polster-Funktion haben – insgesamt 200 Milliliter. Jeden Tag werden etwa 500 Milliliter Liquor neu gebildet und fließen aus den Hirnwasserkammern durch enge Kanäle an die Gehirnaußenseite zwischen Schädel und Gehirn und in den Wirbelkanal, an beiden Orten wird das Hirnwasser dann wieder in das Blut aufgenommen (absorbiert).

Eine Vermehrung des Hirnwassers wird Hydrocephalus genannt (griechisch für »Wasserkopf«). Die Ursache kann angeboren sein (Fehlbildung, z. B. anlagebedingte Enge eines Abflussweges) oder sie tritt im Rahmen anderer Erkrankungen bzw. als deren Folge auf (Unfälle, Hirnhautentzündung, Hirnblutung, Hirntumoren).

Je nach Erkrankungsform können verschiedene Symptome auftreten. Im Wesentlichen kann man unterscheiden zwischen einem Verschlusshydrocephalus und einem Normaldruckhydrocephalus.

Normaldruckhydrocephalus

Die Hirndruckwerte sind beim Normaldruckhydrocephalus nur geringfügig bzw. kaum erhöht, die Erkrankung äußert sich deshalb auch durch andere Symptome als beim Verschlusshydrocephalus. Ursachen sind z. B. Schädelverletzungen, Hirnhautentzündung, Blutungen, Operationen, Hirnbestrahlung. In deren Folge sind entweder der freie Abfluss oder die Resorption des Hirnwassers eingeschränkt. Die Beschwerden sind ähnlich wie bei anderen Hirnabbauprozessen. Oft tritt eine Kombination aus Gangunsicherheit und Koordinationsstörungen, Gedächtnisstörungen und Verwirrtheit (Demenz) sowie Blasenstörungen (ständiges Wasserlassenmüssen oder sogar unkontrollierter Urinabgang (Inkontinenz)) auf.

Eine Behandlung ist vor allem im Frühstadium erfolgversprechend, weshalb bei den entsprechenden Symptomen eine gezielte Diagnostik in jedem Falle durchgeführt werden sollte. Neben einer Tomographie (CT oder MRT) gehört dazu in den meisten Fällen eine Messung des Liquorabflusswiderstandes unter stationären Bedingungen.

Ein guter Erfolg der Ableitungsoperation lässt sich durch eine erfolgreiche Probedrainage vorhersagen. Dazu wird ein winziger Katheter in den Wirbelkanal eingebracht und in der Regel für drei Tage der Liquor nach außen abgeleitet.

Diagnostik

Zur Diagnostik der verschiedenen Hydrocephalusformen gehört die Bildgebung mittels Computertomographie oder Magnetresonanztomographie (bei Kleinkindern auch Ultraschall). Ergänzend sollte eine augenärztliche Untersuchung erfolgen.

Therapie

Die Behandlung des akuten Verschlusshydrocephalus besteht in einer Ableitung des Nervenwassers mittels eines Schlauchsystems nach außen (Ventrikeldrainage, häufig erste Notfallversorgung). Eine dauerhafte Behandlung erfolgt durch eine Ableitung in den Körper, meist in den Bauchraum (ventrikulo-peritonealer Shunt). In der Neurochirurgie wird unter Shunt die Nervenwasserableitung verstanden, wobei es verschiedene Systeme gibt. Allen Systemen gleich ist der Aufbau aus einem Schlauch, der in der Hirnwasserkammer liegt (Ventrikelkatheter), einem Ventil, das die Menge und die Abflußrichtung des Hirnwassers steuert (liegt meist unter der Kopfhaut hinter dem Ohr) und einem abführenden Schlauch, welcher in die Bauchhöhle mündet (peritonealer oder distaler Katheter).

Die Anlage erfolgt in Vollnarkose über drei kleine Zugänge an Kopf und Bauch. Eine Alternative ist die Ableitung in die Herzvorkammer, wobei wegen der Komplikationsmöglichkleiten diese Therapie nur durchgeführt wird, wenn eine Ableitung in den Bauchraum nicht möglich ist. Ein implantierter Shunt verbleibt normaler Weise ein Leben lang, bei Fehlfunktion oder Entzündung kann aber ebenso wie bei Heranwachsenden eine neuerliche Operation notwendig werden.

In einigen Fällen besteht auch die Möglichkeit, im Gehirn selbst mittels eines endoskopischen Eingriffs einen Umgehungskreislauf zu schaffen (Ventrikulozisternostomie). Ist die Ursache des Hydrocephalus eine behandelbare (z. B. Blutung, Tumor, Fehlbildung), kann in vielen Fällen auf eine dauerhafte Ableitungsoperation verzichtet werden.

Verschlusshydrocephalus

Besteht ein Abflusshindernis für das Nervenwasser oder ist die Resorption sehr stark eingeschränkt, kommt es zu einem Aufstau, wobei der Druck im Schädelinneren massiv ansteigt. Dabei können mehr oder weniger rasch lebensgefährliche Zustände eintreten. Erste Symptome können Kopfschmerzen, Erbrechen, Lichtscheu sowie Sehunschärfes ein.

Eine augenärztliche Untersuchung des Augenhintergrundes ist geeignet, einen schon längere Zeit erhöhten Hirndruck zu bestätigen (Stauungspapille). Die Erweiterung der Hirnwasserkammern wird im Computertomographiebild (CT) bzw. in der Magnetresonanztomographie (MRT) nachgewiesen. Mit der MRT kann auch ein eventuelles Abflusshindernis erkannt werden.

Diagnostik

Zur Diagnostik der verschiedenen Hydrocephalusformen gehört die Bildgebung mittels Computertomographie oder Magnetresonanztomographie (bei Kleinkindern auch Ultraschall). Ergänzend sollte eine augenärztliche Untersuchung erfolgen.

Therapie

Die Behandlung des akuten Verschlusshydrocephalus besteht in einer Ableitung des Nervenwassers mittels eines Schlauchsystems nach außen (Ventrikeldrainage, häufig erste Notfallversorgung). Eine dauerhafte Behandlung erfolgt durch eine Ableitung in den Körper, meist in den Bauchraum (ventrikulo-peritonealer Shunt). In der Neurochirurgie wird unter Shunt die Nervenwasserableitung verstanden, wobei es verschiedene Systeme gibt. Allen Systemen gleich ist der Aufbau aus einem Schlauch, der in der Hirnwasserkammer liegt (Ventrikelkatheter), einem Ventil, das die Menge und die Abflußrichtung des Hirnwassers steuert (liegt meist unter der Kopfhaut hinter dem Ohr) und einem abführenden Schlauch, welcher in die Bauchhöhle mündet (peritonealer oder distaler Katheter).

Die Anlage erfolgt in Vollnarkose über drei kleine Zugänge an Kopf und Bauch. Eine Alternative ist die Ableitung in die Herzvorkammer, wobei wegen der Komplikationsmöglichkleiten diese Therapie nur durchgeführt wird, wenn eine Ableitung in den Bauchraum nicht möglich ist. Ein implantierter Shunt verbleibt normaler Weise ein Leben lang, bei Fehlfunktion oder Entzündung kann aber ebenso wie bei Heranwachsenden eine neuerliche Operation notwendig werden.

In einigen Fällen besteht auch die Möglichkeit, im Gehirn selbst mittels eines endoskopischen Eingriffs einen Umgehungskreislauf zu schaffen (Ventrikulozisternostomie). Ist die Ursache des Hydrocephalus eine behandelbare (z. B. Blutung, Tumor, Fehlbildung), kann in vielen Fällen auf eine dauerhafte Ableitungsoperation verzichtet werden.