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15.11.2019, Borna

Operationssystem »DaVinci« erstmals im Landkreis Leipzig im Einsatz

Roboter hilft Urologen

Mit »da Vinci« verbinden die allermeisten Menschen wohl einen italienischen Maler, Bildhauer, Architekten, Anatomen, Mechaniker, Ingenieur und Philosophen. Urologie-Chefarzt PD Dr. med. Hoang Minh Do denkt bei »DaVinci« hingegen eher an das hochmoderne roboterassistierte Operationssystem, das unlängst im Bornaer Krankenhaus in Betrieb ging. Er und sein Team operieren zukünftig mit einem der modernsten minimal-invasiven Operationssysteme im Bereich der Urologie – und können daher noch komplexere und größere Operationen minimal-invasiv durchführen.

Ein Roboter im Operationssaal? Was auf den ersten Blick nach Science-Fiction klingt, ist im richtigen Leben ein medizinischer Fortschritt im Bereich der minimal-invasiven Chirurgie. Das Sana Klinikum Borna ist erst eines von drei nicht-universitären Krankenhäusern in Sachsen, das seinen Patient(inn)en die Vorteile der robotergestützten Chirurgie anbieten kann. Kleinste Schnitte, millimetergenaues Operieren, dreidimensionale Bilder, bessere Darstellung der Gefäße und feinen Strukturen und damit weniger Blutverlust, eine schnellere Wundheilung und mehr Sicherheit für Patienten – das macht der Operationsroboter »DaVinci« alles möglich. "Die roboterassistierte Chirurgie erweitert und verbessert die minimal-invasive Therapie grundlegend. Damit komplettieren wir unser Behandlungsangebot und können so unseren Patienten alle Operationsformen - von den offenen über die laparoskopischen bis hin zu robotisch-assistierten Operationen anbieten", sagt Klinikgeschäftsführer Cord Meyer.

Volle Kontrolle beim Operateur
Skepsis gegenüber der Technik ist unnötig. Die Gerätetechnik wurde über viele Jahre weiterentwickelt und hat nun einen Stand, dem die Bornaer Urologen voll vertrauen. Und: Gesteuert werden darf der Roboter, der direkt im OP-Saal steht, nur von einem extra dafür ausgebildeten Arzt, der dank hochauflösender Bildgebung und passgenauer Steuerung aus der Ferne ganz präzise arbeiten kann. Die Arme des Roboters bewegen sich also nur, wenn Dr. Do oder eines seiner Teammitglieder es möchten. "Der Roboter ist ein Assistent, der von uns gesteuert wird. Wir sitzen einige Meter entfernt vom Patienten an einer Konsole und steuern ihn mit einer Art Joystick. Er führt ausschließlich Bewegungen aus, die wir ihm vorgeben. Ohne den Operateur geht am »DaVinci« nichts", erklärt der Urologe. 

Bahnbrechende Möglichkeiten
Ähnlich wie bei der herkömmlichen Schlüssellochchirurgie werden bei Eingriffen mit dem OP-Roboter die Instrumente über kleinste Zugänge in den Bauchraum eingeführt. Die zusätzlichen Möglichkeiten sind bahnbrechend: Die Bewegungen des Operateurs können auf engstem Raum komplett zitterfrei und mit maximaler Präzision erfolgen. Durch die Fluoreszenzbildgebung und die hochauflösende 3D-Kamera kann der Operateur auch für das menschliche Auge unsichtbare Tumoranteile entdecken. Die Tumorentfernung kann so erheblich effizienter und wesentlich sicherer erfolgen. "Dies alles führt nachgewiesen zu besseren Behandlungsergebnissen", so Dr. Do.

Einsatz vor allem bei Krebsbehandlung
Die größte Rolle spielt die roboter-assistierte Chirurgie derzeit bei der urologischen Tumorbehandlung, also bei Tumoroperationen an Harnblase, (Neben-)Niere und Prostata. Hauptsächlich bei Letzterem kommt es besonders auf die Schonung der potenzerhaltenden Nervenbündel sowie des Harnröhrenschließmuskels an. "Vor allem sensible Eingriffe beim Mann verlaufen noch gewebeschonender. So können wir prekäre Folgeerscheinungen wie z. B. Inkontinenz und Impotenz eher vermeiden", erläutert Dr. Do. Aber auch bei der Behandlung gutartiger Erkrankungen wie zum Beispiel der gutartigen Vergrößerung der Prostata oder der Einengung des Harnleiters bzw. des Nierenbeckenabgangs werden die Bornaer Urologen in Zukunft mehr operative Möglichkeiten haben und komplexere und größere Operationen durchführen können.

Die Sana Kliniken Leipziger Land
In Borna und Zwenkau angesiedelt finden Menschen aus der Region eine hochwertige medizinische Akutversorgung und geriatrisch fachärztliche Behandlung. Derzeit verfügen die Kliniken über 500 Betten. In zwölf Fachkliniken und mehreren Instituten profitieren die Patient(inn)en von kurzen Wegen, einer langjährigen Erfahrung, modernster Medizintechnik und einer Fächervielfalt, die der eines Schwerpunktversorgers gleichkommt. In den Kompetenzzentren arbeiten Spezialistinnen und Spezialisten fachübergreifend zusammen, um die gesundheitliche Gesamtsituation jedes Patienten zu erfassen und den bestmöglichen, maßgeschneiderten Behandlungsplan aufzustellen. Darüber hinaus bietet das Geriatriezentrum Zwenkau älteren Menschen mit Mehrfacherkrankungen eine auf ihre Lebenssituation zugeschnittene komplexe medizinische Versorgung.

Kontakt

Janet Schütze
Leitung Unternehmenskommunikation Region Sachsen
Tel.: 03433 21-1075
janet.schuetze@sana.de