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02.04.2019, Borna

Physiotherapeut verrät wie viel Sport gut für die Gesundheit ist

Regelmäßig Ausdauer, Kraft und Koordination trainieren

Zur Vorsorge gegen langwierige Erkrankungen gehören nicht nur medizinische Untersuchungen beim Arzt. Vorsorge heißt auch auf richtige Ess- und Trinkgewohnheiten, ein gesundes Maß an Schlaf und ausreichend körperliche Bewegung - eigentlich die gesamte Lebensführung, zu achten. Wer sich richtig verhält, der kann unendlich viel für seinen Körper tun, und das schon vom Jugendalter an. Aber auch mit wachsendem Alter ist es nicht zu spät, durch gezielte Veränderungen in der Lebensführung, vorsorglich seinen Körper zu stärken und ihn weniger anfällig für bestimmte Krankheiten zu machen. Über das Thema körperliche Bewegung – ihre Risiken und Vorteile – spricht Dr. rer. Michael Maiwald, Leiter des Instituts für Therapeutische Medizin am Klinikum Borna.

Was ist ein gesundes Maß an Bewegung und wie sieht gesunde Ernährung aus?
Maiwald: Der menschliche Körper braucht ein gewisses Maß an regelmäßiger Bewegung. Ist die Beanspruchung des körperlichen Bewegungssystems nicht ausreichend, verkümmern die Muskeln. Ausdauer, Kraft und Koordination sind die Grundfähigkeiten des Bewegungsapparates. Um sie zu trainieren bedarf es keiner Höchstleistungen, wie im Wettkampf. Es kommt eher darauf an, eine allgemeine Fitness, zur besseren Bewältigung des Alltags, zu erlangen. Das Training sollte dem jeweiligen Gesundheitszustand (in Relation mit Gewicht, Alter und Befinden) und den individuellen Bedürfnissen angepasst sein. Durch gymnastische Übungen und Muskel aufbauendes Training sollte der gesamte Körper gleichmäßig belastet werden. Es ist wichtig, Freude am Sport, bei einer moderaten Ausdauerbelastung, zu haben. Ein 30minütiges Training, 3-4-mal die Woche, ist ideal, jedoch gilt hierbei auch: lieber langsam beginnen, als sich zu überlasten. Eine ausgewogene Ernährung, mit viel Obst und Gemüse, ist dabei sehr hilfreich. Auf den Konsum von Alkohol und Tabak sollte man ganz verzichten, um die Fitness des Körpers zu stärken. 

Welche Vorteile bringt körperliches Training?
Wer regelmäßig Sport betreibt, kann seine Lebensqualität maßgeblich steigern. Ist man „fit“, befindet sich der körperliche Organismus in einer guten Gesamtverfassung, die körperliche Leistungsfähigkeit und die psychische Belastbarkeit erhöhen sich. Das menschliche Wohlbefinden steigert sich durch sportliche Betätigung, da diese viele Beschwerden lindert oder gar nicht erst aufkommen lässt. Das Herz-Kreislauf-System wird gestärkt, die Sauerstoffaufnahme wird durch Bewegung erheblich gesteigert und der für die Haltung wichtige Muskelapparat wird gekräftigt. Weitere positive Effekte von sportlicher Betätigung sind die Gewichtskontrolle, die Senkung des Cholesterinspiegels, ein vermindertes Risiko an Diabetes zu erkranken und die Verhinderung von Knochenschwund. 

Welche Rolle spielt Bewegung bei älteren Personen?
Mit zunehmendem Alter leiden viele Menschen unter Einschränkungen der Bewegungsfähigkeit und schmerzhaften Entzündungen.  Sie befürchten, durch Sport die gesundheitlichen Beschwerden zu verschlimmern. Um eine größere Selbständigkeit bei Aktivitäten des täglichen Lebens zu erhalten, empfiehlt es sich jedoch, durch leichte Übungen den Bewegungsapparat zu stärken. Hausärzte beraten gern über die Art und das richtige Maß an sportlicher Betätigung. Es ist wichtig, verlorene Kondition langsam und stetig wieder aufzubauen. Gerade für ältere Menschen ist der Aufbau und Erhalt der Muskeln sehr wichtig. Der Muskelapparat schützt vor Unfällen, z.B. durch Stürze, da die Geschicklich- und Beweglichkeit des Körpers erhalten wird. Durch körperliche Bewegung kann man Altersbeschwerden hinauszögern und seinen Lebensabend beschwerdefreier gestalten.

Welches Risiko bringt Sport mit sich?
Untrainierte sollten grundsätzlich immer vorsichtig trainieren. Bei Zweifeln, aber auch ab einem gewissen Alter, sollte man einen Arzt zur Beratung hinzuziehen, um die körperliche Belastung auf den Organismus abzustimmen. Die Intensität der Übungen sollte bei Trainingsbeginn langsam gesteigert werden, um Risiken, wie Herzprobleme, zu vermeiden. Körperliche Betätigung bringt immer auch Verletzungsgefahr mit sich, z.B. der Muskeln oder des Skelettsystems. Dabei kommt es häufig zu Unfällen und Folgeschäden durch zu große Belastung oder schlechte Koordination. Hält man jedoch die sportliche Betätigung in einem gewissen Rahmen und trainiert man konzentriert, sind gesundheitliche Risiken fast auszuschließen.

Sport beugt auch gegen Arthrose vor. Wie macht sich Arthrose bemerkbar und welche Sportarten eignen sich zur Vorbeugung?
Arthrose ist eine Abnutzungserscheinung der Gelenke. Die schützenden Knorpel bilden sich zurück und durch die daraus resultierende Reibung der Knochen entstehen Entzündungen, Schwellungen und Verformungen. Eine Arthrose macht sich durch Schmerzen und Steifigkeit der Gelenke, z.B. bei Hüfte, Knie, Wirbelsäule oder auch der Finger, besonders bei kalter und feuchter Witterung, bemerkbar. Für das Knie sind vor allem stoßartige Belastungen, wie Treppe steigen oder bergab gehen, schmerzhaft. Bei Gelenkverschleiß können bei Bewegungen aus der Ruhelage Beschwerden auftreten. Übermäßiges Schonen der Gelenke fördert die Knorpelrückbildung. Durch den Muskelaufbau können die Knorpel in Bewegung gehalten werden. Zudem stützen die Muskeln die Gelenke und beugen Fehlbelastungen und Überlastungen vor. Bei Arthrose empfiehlt es sich, Sportarten mit gleichmäßigen, rhythmischen Bewegungen auszuführen. Durch Radfahren, Rückenschwimmen, Wandern und Nordic Walking werden die Gelenke entlastet und es bedarf eines geringeren Kraftanspruchs. Folglich sollten Menschen mit Gelenkbeschwerden schnelle, abrupte Bewegungen, wie es bei Mannschaftssportarten der Fall ist, vermeiden. Die Gelenke werden bei Extrembewegungen zu stark beansprucht.

Kontakt

Janet Schütze
Leitung Unternehmenskommunikation Region Sachsen
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