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11.01.2019, Borna

Schmerzstation am Sana Klinikum Borna vergrößert sich

Hilfe bei chronischem Schmerz

Eine moderne multimodale Schmerztherapie bietet die Klinik in Borna schon seit längerem als stationäre Therapie an. Neu ist: ab Januar kann die Klinik für Anästhesie Intensivmedizin, Schmerztherapie und Palliativmedizin diesen Therapieansatz auf einer vergrößerten, eigenständigen Station mit 17 Betten anbieten. 

"Die Behandlung chronischer Schmerzpatienten ist in Deutschland oft unzureichend", sagt Oberärztin Dr. Brigitte Rönsch, die die Schmerzstation verantwortet. Vor allem Patienten mit chronischen Kopf- oder Rückenschmerzen hätten oft einen jahrelangen Leidensweg hinter sich, bevor sie einen Schmerztherapeuten aufsuchen. Die Betroffenen nehmen für eine erfolgreiche Therapie oft lange Wege in Kauf und das, obwohl jeder dritte deutsche Erwachsene unter chronischen Schmerzen leidet, wie die offizielle europäische Schmerzstudie belegt. Deutschland liegt damit im europäischen Mittelfeld, wobei Frauen häufiger betroffen sind als Männer. Rund die Hälfte aller chronischen Schmerzpatienten bedarf einer Therapie im Krankenhaus. Auch in der Region ist der Bedarf hoch: "Mit der Eröffnung bzw. Erweiterung der Schmerzstation möchten wir auch die oft langen Wartezeiten verkürzen", erklärt Chefarzt Dr. Karsten Pracht.

Befundorientierte Behandlung
Rücken- und Muskelschmerzen führen die Liste der häufigsten Schmerzerkrankungen an, gefolgt von Kopf- und Gesichtsschmerzen, Nerven- und Tumorschmerzen. Aber auch Menschen mit Ganzkörperschmerzen oder Schmerzen ohne erkennbare Ursache können sich im Sana Klinikum behandeln lassen. Mit den eigens für die Behandlung vorgesehenen neuen Räumlichkeiten setzt das Bornaer Krankenhaus neue Maßstäbe, meint Dr. Pracht: "Wir schließen eine Versorgungslücke und sprechen mit der Schmerzstation die Bevölkerung im gesamten Landkreis und den benachbarten Regionen an. Auf der Station werden befundorientierte Behandlungen auf neuroorthopädischer Grundlage unter Einbeziehung manualmedizinisch-funktioneller, schmerzmedizinischer und psychotherapeutischer Methoden angewendet."

Schmerztagesklinik in Planung
Der Ausbau der Schmerztherapie an den Sana Kliniken Leipziger Land setzt sich daher fort. "Voraussichtlich im Laufe des Jahres kommt  mit der Eröffnung einer acht Plätze umfassenden Schmerztagesklinik eine dritte Säule – neben der Schmerzsprechstunde und der Schmerzstation – hinzu", blickt Dr. Pracht voraus. Das Angebot richtet sich an Patienten mit chronischen Schmerzen, die noch mobil sind und in der Nähe zur Tagesklinik wohnen. "Die Patienten kehren nach dem therapeutischen Tagesprogramm nach Hause zurück. Das Erlernte kann dann unmittelbar im Alltag erprobt werden. Die Therapie ist damit besonders wirksam", erklärt Dr. Pracht.

Chronische Schmerzen – was ist das?
Hält ein Schmerz mehr als sechs Monate an, spricht man von einem chronischen Schmerz. Die Betroffenen sind in ihrer Mobilität eingeschränkt, viele ziehen sich zurück, fühlen sich dem Alltag nicht mehr gewachsen und das Denken kreist um den Schmerz. Die Ursachen für den chronischen Schmerz sind komplexer als für den akuten Schmerz. Neben der Schädigung – wie zum Beispiel Nervenschädigungen nach einer Chemotherapie oder Verschleißerscheinungen an den Gelenken – spielen seelische Belastungen, Funktionsstörungen der Muskultur und eine fehlerhafte Steuerung des vegetativen Nervensystems eine Rolle. Der Deutschen Schmerzgesellschaft e.V. zufolge leiden etwa zwölf Millionen Menschen in Deutschland unter chronischen Schmerzen. Im Durchschnitt vergehen sieben Jahre, bevor die Betroffenen eine wirksame Behandlung erfahren. Bei mehr als 20 Prozent der Menschen sind es sogar 20 Jahre. 

Hintergrund: Multimodale Schmerzbehandlung
Der Begriff multimodal setzt sich aus den lateinischen Begriffen »multi« (viel) und »modus« (Art, Weise) zusammen. Eine multimodale Behandlung folgt einem ganzheitlichen Ansatz. Die ärztliche Behandlung wird ergänzt durch die psychologische Betreuung, die Beratung durch den Sozialdienst und die Physio-, Ergo- und Ernährungstherapie. Die Verschreibung von Schmerzmitteln ist hier nicht die Therapie der ersten Wahl. Mediziner versuchen ganz im Gegenteil insbesondere die Anwendung von opioiden Schmerzmitteln, also Betäubungsmitteln, im Rahmen zu halten. Wichtiger ist, zunächst das Potenzial weniger belastender Therapien auszuschöpfen.

Die Sana Kliniken Leipziger Land
In Borna und Zwenkau angesiedelt finden Menschen aus der Region eine hochwertige medizinische Akutversorgung und geriatrisch fachärztliche Behandlung. Derzeit verfügen wir über 490 Betten. In zwölf Fachkliniken und mehreren Instituten profitieren die Patientinnen und Patienten von kurzen Wegen, einer langjährigen Erfahrung, modernster Medizintechnik und einer Fächervielfalt, die der eines Schwerpunktversorgers gleichkommt. In unseren Kompetenzzentren arbeiten Spezialistinnen und Spezialisten fachübergreifend zusammen, um die gesundheitliche Gesamtsituation jedes Patienten zu erfassen und den bestmöglichen, maßgeschneiderten Behandlungsplan aufzustellen. Darüber hinaus bietet das Geriatriezentrum Zwenkau älteren Menschen mit Mehrfacherkrankungen eine komplexe medizinische Versorgung.

Kontakt

Janet Schütze
Leitung Unternehmenskommunikation Region Sachsen
Tel.: 03433 21-1075
janet.schuetze@sana.de